Konzeptionelle Jugendarbeit - Gründung eines Jugendblasorchesters

Zum 1. Januar 1990 übergab der bis dahin 19 Jahre lang erfolgreich wirkende Dirigent Walter Bergner aus Dornheim den Dirigentenstab an den erst 23jährigen Martin Reitz aus Darmstadt. Aber nicht nur der Dirigentenwechsel prägte das Jahr 1990. Vielmehr sollte dieses Jahr eine für die Zukunft des Blasorchesters Büttelborn wichtige Weichenstellung bringen. Die Welle der Begeisterung, die nach dem 25jährigen Orchesterjubiläum in der Bevölkerung offenbar vorhanden war, wollten die Verantwortlichen des Blasorchesters Büttelborn nämlich dazu nutzen, um verstärkt interessierte Kinder und Jugendliche an das Musizieren auf einem Blasinstrument heran zu führen.

 

Die drei Hauptinitiatoren Heinz Weyer, Martin Reitz und Bürgermeister Horst Gölzenleuchter entwickelten schließlich ein Konzept, das die Grundlage für das heutige Jugendblasorchester bildete: Das Blasorchester Büttelborn bietet für interessierte Kinder und Jugendliche Einzelunterricht an einem Blas- oder Percussionsinstrument an. Parallel dazu werden sie auch innerhalb eines Orchesterverbundes im Gruppenunterricht ausgebildet. Die Finanzierung wird von den Eltern, dem Orchester und von der Gemeinde getragen.

 

Zum ersten Treffen am 3. Mai 1990 kamen schließlich sage und schreibe rund 50 Kinder und Jugendliche in den Musikpavillon. Nach intensiver Probenarbeit umrahmte das Jugendblasorchester Büttelborn mit seinem Dirigenten Martin Reitz bereits am 2. Dezember 1990 den Adventsmarkt des Büttelborner Gewerbevereins auf der Bühne gegenüber dem Historischen Rathaus.

Mittlerweile hat das Jugendblasorchester Büttelborn einen aktiven Mitgliederstand von rund 60 jungen Musikerinnen und Musikern. Darunter hat sich ein Mini-Orchester etabliert mit ca. 25 Kindern und Jugendlichen. Diese Vorstufe zum Jugendblasorchester wurde eingerichtet, um den Blasinstrumenten-Anfängern den Einstieg in das Spielen im Orchesterverbund zu erleichtern. Das erste Mini-Orchester wurde im Mai 1995 aufgebaut und im September 1996 aufgelöst. Damals entstand so die „zweite Generation“ des Jugendblasorchesters. Im Herbst 1999 wurde – wie im Vereinsjugendkonzept vorgesehen – nach Beendigung einer zweijährigen Blockflötenausbildung wieder ein Mini-Orchester aufgebaut, das bis heute als ständiger Unterbau unter dem Jugendblasorchester beibehalten wurde.

Das Jugendblasorchester selbst feierte im Jahr 2000 sein 10jähriges Bestehen mit einem fulminanten Konzert im Büttelborner Volkshaus. Auch hier bildete eine Festschrift die bisherige Orchester-Chronik ab. Der seit 1991 jährlich im November im Heinz-Weyer-Musikpavillon stattfindende Vorspielnachmittag gibt der Öffentlichkeit einen Überblick über den Leistungsstand der jugendlichen Künstler, sowohl was den Einzelunterricht angeht als auch was die beiden Nachwuchs-Orchester und die Blockflötengruppen betrifft.

Vom Jugendblasorchester konnten bis zum heutigen Tag insgesamt 79 junge Musikerinnen und Musiker ins „Große“ Blasorchester eingebaut werden. Rund 35 von ihnen sind dort heute noch aktiv. Gerade diese Jugendarbeit hat über die Grenzen des Kreises Groß-Gerau hinaus Anklang gefunden. Schon oft ist sie von anerkannten Fachleuten als vorbildlich bezeichnet worden. Eingebunden ist dieses Jugendkonzept mittlerweile auch in eine Jugendordnung, durch die sich die Jugendlichen einen eigenen Jugendausschuss wählen können (Siehe auch den Menüpunkt "Jugendausschuss").

Wer mehr über das Ausbildungskonzept des  Blasorchesters Büttelborn wissen möchte, klickt auf den Menüpunkt "Ausbildung".

 

Weiterlesen in der Chronik: Die etwas andere Blasmusik